Gesprächsstoff

Anna-Maria Burchard – Model, Mutter und Multitalent aus dem Chiemgau

Anna-Maria Burchard – Model, Mutter und Multitalent aus dem Chiemgau:

Die Traumverwirklicherin

Wo soll man bei einer Frau wie Anna anfangen? Als Model hat sie so ziemlich alle Highlights auf ihrer Set-List. Von der Mercedes Fashion-Week in Berlin bis runter nach Kitzbühel ist die über die wichtigsten Catwalks gegangen. Und sie ist als Fotografin auch hinter der Kamera aktiv. Sie spielt Gitarre, Harfe, Klavier, hatte klassischen Gesangsunterricht und lernte von Saitengott Frank Diez, der ja immerhin schon mit Leuten wie Jimi Hendrix die Bühne zum Kochen gebracht hat. Was noch? Anna war die „Maria“ im „Himmegugga“ in Riedering, machte Hörbücher mit der genialen Marianne Sägebrecht, außerdem ein Projekt mit Stefan Dettl beim Hubbi Schlemer. Und sie kann herzhaft loslachen wie ein Kerl. Das tut sie schon nach der ersten Frage, und zack, ist das Eis gebrochen. Heinz von Wilk und Maria Burchard im „Nova“ in Prien:

Du warst mit Peter Maffay auf Tournee. Was hast Du da gemacht?

Ich war eingeladen. Der Frank Diez hat mich mitgenommen. Er wollte mir seine Welt zeigen. Und es hat Spaß gemacht. Ich stand natürlich nur rum und war sowas wie eine wandelnde Deko im Backstage-Bereich. Aber es war toll. In Köln, nach dem Konzert, saß ich neben einem Typen, der mir viel in einem merkwürdigen Dialekt erzählt hat, und erst nachher sagte einer der Jungs, das war der Wolfgang Niedecken von BAP. Wow, aber ich hab´ ihn damals nicht gekannt, war einfach zu jung, glaube ich. Morgens kam der Frank dann ziemlich spät und leicht verkatert zur Rezeption runter, und die Dame fragt ihn: „Hatten Sie was aus der Mini-Bar?“ Und er sagt: „Junge Frau, ich bin die Mini-Bar!“ Irre Sachen sind da öfters passiert.

Gehen wir in die Jetzt-Zeit. Wie wird man zum Multi-Talent? Du bist ja ständig auf zehn Gleisen unterwegs. Wie geht das?

Keine Ahnung. Ich mache nur das, was ich mache. Du darfst keine Angst haben vor Herausforderungen. Wenn du was machen willst, mach es. Denk nicht dran, ob andere dich dabei gut finden oder nicht. Denn ob es gut ist, das findest du selber früh genug raus. Sei neugierig, teste dich selber aus. Ich hab´ halt gemerkt, dass mir manche Sachen liegen. Singen, Tanzen, ein Instrument spielen, sowas halt.

Und dann?

Ich bin sehr früh von Zuhause ausgezogen, und habe ein Künstler-Ehepaar kennengelernt, die haben mich aufgenommen. Die beiden haben das, was ich schon an künstlerischen Anlagen hatte, weiter gefördert.

Moment, wie geht das denn?

In Rosenheim, nach einem Straßenkonzert von mir, kam ein Mann auf mich zu. Einer mit langen Haaren, und der meinte, hey, das hört sich super an. Wenn Du mal Hilfe brauchst, melde Dich. Das war der Georg Huber. Der macht fantastische Sachen, Traumwelten, American Moments, Wandbemalungen, ein Wahnsinnstyp. Von ihm kam der Kontakt zu Frank Diez und zur Marianne Sägebracht, und so führte eines zum anderen.

Wie kamst Du zum Modeln?

Ich wurde gefragt, ob ich das kann, und ich hab` mir gedacht, was soll das denn? Models waren für mich bewegliche Kleiderständer und schöne Hohlbirnen. Und jetzt ich? Sowas? Ne, oder? Dann hab` ich das doch probiert und meine Meinung geändert. Das ist richtig harte Arbeit, wenn man das gut rüberbringen will.

Und das machst Du richtig gut. Auf Deiner Website sind super Fotos. Wie ist das mit Sexismus in Deiner Branche, das ist ja im Moment beim Film ein globales Thema?

Unter den Fotografen gibt´s auch schlimme Finger, und solche, die sich selber zum Fressen finden. Aber es liegt halt auch an den Mädels, ob man sich drauf einlässt oder nicht. Und die Besetzungscouch, die hat´s auch schon immer gegeben. Das ist nichts Neues, auch wenn das jetzt so hochkommt.

Hast Du schon mal eine gesehen?

(Lautes Lachen) Nein, echt nicht. Die war wohl immer grade beim Sattler zum neu aufpolstern, als ich da war.

Welche Musik bringt Dich denn spontan zum Tanzen?

Den Musikgeschmack gibt meine Tochter vor. Die ist elf und tanzt total gerne. Im Moment sind es Hip-Hop-Sachen oder Justin Timberlake. Sie fängt an, und dann toben wir beide durch das Zimmer. Im Keller hab´ ich ihr einen großen Spiegel und eine Ballettstange installiert, weil ich dachte, naja, vielleicht…aber jetzt hüpfen wir beide zu den neuen Hits da unten rum.

Wie sieht Dein Traumtyp aus?

(Sie lacht laut) Können wir die Männersachen weglassen?

Danke für die ausführliche Antwort. Du siehst sehr fit aus. Was tust Du dafür?

Na ja, ich mache viel Sport, Laufen, Schwimmen, geh´ oft ins Studio und quäle mich da. Du weißt ja nie, wann der nächste Model-Job reinkommt. Zum Thema Fitness-Studio fällt mir ein, dass die Männer um die dreißig, die sich da abrackern, heute fast alle gleich aussehen: schlank, Bart und so, ich meine….

Können wir die Männersachen weglassen? Danke, Themawechsel: Was möchtest Du gerne noch machen, gibt´s  da einen Traum?

Nein, ich hab´ ja alles, was ich mir wünsche. Zwei gesunde Kinder, einen Hund, von dem wir aber nicht genau wissen, wie alt er ist. Und ob er kapiert hat, dass er ein Hund ist, erschließt sich uns auch nicht. Vielleicht nehmen wir noch einen Straßenhund auf, der ihm das dann erklären kann. Na ja, dann sind da ja auch noch meine vielen Projekte und meine Freunde. Klar, es gibt Orte, die ich noch sehen möchte. New York, oder Hawaii, aber Träume? Nein, ich lebe meine Träume.

Wenn der der liebe Gott jetzt hier ins „Nova“ reinkommt, und Du darfst ihm eine Frage stellen, welche wäre das?

Nur eine? Ok, dann frage ich ihn, warum es so viele Religionen gibt, wo doch alles auf ein großes Ganzes zurückgeht. Was würdest Du ihn denn fragen?

Ob er einen Hund hat. Weil ein Gott mit einem Hund kein schlechter Gott sein kann. Was bist Du für ein Sternzeichen?

Widder. Ich bin sehr intuitiv. Geht nicht, gibt`s nicht. Alles ist machbar, Herr Nachbar. Ein Widder muss immer vorne dabei sein, versucht die Oberhand zu haben. Und er hasst Ungerechtigkeiten.

Ungerecht aber auch, wenn eine Frau so aussieht und dann noch so einen Humor hat, denke ich. Sage ich aber nicht. Nächste Frage: Was isst Du gerne?

Ich bin seit vielen Jahren Veganer, auch meine große Tochter ist auf dieser Linie unterwegs. Da ist sie aber von selber draufgekommen.

Ok. Dann kennst Du ja Sprüche wie diese: Wie nennt man einen Moskauer Veganer? Einen Mooskauer. Und man sagt ja auch, Veganer sterben nicht, sie verwelken einfach. Hast Du noch ein paar schöne letzte Worte für unsere Leser? Sie lacht laut wieder los, und sagt dann:

Leute, traut euch mehr, das Leben ist schön und viel zu kurz.

Mehr zum Autor und seinen Büchern unter www.heinz-von-wilk.de